Gott entzieht sich, damit wir ihn auf neue Weise erfahren
- Katholische Kirche Thalwil

- 14. Mai
- 2 Min. Lesezeit

Das Fest Christi Himmelfahrt zog zahlreiche Gläubige in unsere Pfarrei. Trotz wechselhaften Wetters fiel immer wieder Sonnenlicht durch die Kirchenfenster und verzauberte die Atmosphäre auf besondere Weise.
Himmelfahrt ist ein Fest, bei dem man sich damals wie heute vielleicht zunächst etwas Abgehobenes vorstellt: Jesus geht in den Himmel, nach oben, scheinbar weit weg von uns. Man könnte fast meinen, wir Menschen heute hätten einen Nachteil gegenüber den ersten Jüngerinnen und Jüngern, die Jesus noch ganz konkret erleben durften.
Doch wie Pfarrer Mike in seiner Predigt wunderbar aufzeigte, ist gerade das, was zunächst wie Verlust aussieht, letztlich ein Segen für uns. Mit Christi Himmelfahrt wird eine neue Weite eröffnet. Jesus entzieht sich der rein irdischen Begrenztheit und ist nun ganz bei Gott Vater — und Gott ist zugleich tief verwoben mit unserer Schöpfung und unserer Welt.
Dadurch können wir Christus heute überall begegnen: nicht nur in der Kirche, sondern mitten in unserem Alltag, in Begegnungen, in Liebe, unterwegs mit Menschen. Das ist vielleicht die wichtigste Botschaft dieses Festes: Was sich entzieht und zunächst wie ein Verlust erscheint, öffnet sich zu einer neuen Tiefe für ALLE Menschen.
Die künstlerischen Darstellungen unserer beiden Pfarreipatronen Felix und Regula links und rechts an den Seiten-Altären, an denen sich durchaus die Geister scheiden, machen gerade an diesem Festtag etwas sichtbar: das Durchscheinende, das Transzendente. Die Ewigkeit ist nicht fern von uns. Sie ist nahe. Sie scheint mitten in unsere Wirklichkeit hinein — weil Jesus uns vorausgegangen ist.
Zur festlichen Freude trug auch die herrliche Orgelmusik von Andreas Schönberger bei, der ein Bach-Oratorium spielte und den Kirchenraum musikalisch erfüllte.
Und am Ende des Gottesdienstes ereignete sich noch ein besonderer Moment: Ein Ehepaar durfte den Segen zu seiner diamantenen Hochzeit empfangen. Pfarrer Mike und Diakon Felix gingen dafür eigens in die erste Reihe. Auch darin zeigte sich etwas zutiefst Sakramentales: Der Segen Gottes wird weitergegeben.
Text und Bilder: Sabine Zgraggen


















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