Hinein ins Geheimnis – die Karwoche erleben
- Katholische Kirche Thalwil

- vor 3 Tagen
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Es beginnt draussen – mit grünen Zweigen in den Händen.
Am Vorabend des Palmsonntags versammelte sich die Gemeinde hinten in der Kirche. Jede und jeder konnte einen frischen Zweig aufnehmen – Stechpalme, Tanne, lebendiges Grün als Zeichen des Lebens und der Hoffnung. Diese Zweige wurden gesegnet. Und dann machten wir uns gemeinsam auf den Weg: Die Gemeinde zog ein, Pfarrer Mike, Diakon, Seelsorgerin und Lektorin gingen mit – hin zum Altar.

Ein schlichtes, aber kraftvolles Geschehen.
Denn was sich hier vollzieht, ist weit mehr als eine Erinnerung. Es ist ein Hineingenommenwerden in das, was vor über 2000 Jahren geschah – und was sich bis heute in geheimnisvoller Weise weiter ereignet. Damals standen die Menschen mit Zweigen am Wegrand, als Jesus auf einer Eselin in Jerusalem einzog. Einige erkannten in ihm den Messias und setzten ihre Hoffnung auf ihn.
Und heute stehen wir wieder da. Mit Zweigen in den Händen. Nicht nur als Zeichen – sondern als Teil dieses Geschehens.

Wie Pfarrer Mike in seiner Predigt eindrücklich ausführte, kommt Jesus nicht als mächtiger Herrscher auf einem stolzen Pferd. Er wählt den Weg der Demut: auf einer Eselin, einem einfachen Lasttier des Alltags. Kein äusseres Zeichen von Macht – sondern ein Hinweis auf die andere, tiefere Wirklichkeit seines Weges. Ein Weg, der nicht durch Gewalt, sondern durch Hingabe führt.

Die Liturgie des Palmsonntags ist getragen von dieser Spannung: von Hoffnung und Ernst zugleich. In der Passionsgeschichte, die von Seelsorgerin Tanja Haas und der Lektorin Jenin Ovelil vorgetragen wurde, hören wir vom Versagen der engsten Vertrauten Jesu, von Verrat und Verleugnung – und zugleich von seiner unerschütterlichen Treue. Jesus geht seinen Weg konsequent weiter. Er widersetzt sich der Gewalt und lässt sich lieber abführen, als selbst Gewalt auszuüben.
Gerade darin liegt eine Botschaft, die bis in unsere Gegenwart reicht.

Das violett verhüllte Kreuz in der Kirche weist bereits auf das hin, was kommt. Noch ist es verborgen – doch am Karfreitag wird es enthüllt werden.
Die kommenden Tage laden uns ein, nicht am Rand stehen zu bleiben, sondern uns im Glauben mit dem Leidensweg Jesu zu verbinden. Die Karwoche ist kein blosses Gedenken. In ihr berühren sich Zeit und Ewigkeit. Das Geheimnis Christi vollzieht sich – auch heute – und wir sind eingeladen, daran Anteil zu haben.
Am Gründonnerstag feiern wir das letzte Abendmahl. Im Anschluss daran halten wir die «Ölbergstunde» zusammen mit der Kolping Familie, und treten ein in die nächtliche Anbetung. In der Stille dieser Nacht dürfen wir bei Christus wachen – so, wie er es seine Jünger gefragt hat: „Konntet ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?“
Am Karfreitag versammeln wir uns um 15 Uhr zur Liturgie vom Leiden Christi
So führt uns diese Woche Schritt für Schritt tiefer hinein in das Geheimnis von Leiden und Liebe, von Tod und Auferstehung.
Herzliche Einladung, diesen Weg gemeinsam mitzugehen und die Karwoche in unserer Pfarrei mitzufeiern. Weitere Informationen finden Sie im aktuellen Pfarreiprogramm.
Fotos und Text: Sabine Zgraggen




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