Wo das Leid sich wandelt
- Felix Zgraggen

- vor 1 Tag
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Aktualisiert: vor 15 Stunden
Eindrücke aus den "heiligen drei Tagen" in Thalwil
Die ersten Tage des Triduums haben die Pfarrei in eine besondere Dichte geführt – zwischen Gemeinschaft, Stille, Erschütterung und Hoffnung. Im Zentrum steht dabei immer wieder die Erfahrung: Wir gehen diesen Weg nicht allein.„Schön ist es, die Gemeinschaft zu spüren – mit Jesus beim Abendmahl und untereinander“, sagt Diakon Felix Zgraggen rückblickend auf den Gründonnerstag.
Und doch liegt über diesen Stunden auch eine Spannung: „Da ist dieser eigenartige Wechsel – man weiss, Jesus zieht sich zurück, und es kommt der Karfreitag.“Besonders eindrücklich bleibt für viele die Nacht vom Gründonnerstag auf den Karfreitag. In der Dunkelheit, im Wachen und Verweilen, bekommt das Wort Jesu eine neue Tiefe:„Bleibet hier und wachet mit mir. Wachet und betet.“ Diakon Zgraggen beschreibt es so: „Auch dieses gemeinsame Wachen hat eine eigene Kraft. Es trägt – vielleicht gerade, weil es so schlicht ist.“
Der Karfreitag selbst lebt von Reduktion. Von wenigen Worten. Von der Bereitschaft, mitzugehen, auszuhalten.„Es braucht Mut, mit Jesus auch dann zu gehen, wenn er seinen Kreuzweg antritt“, sagt der Diakon. Und gleichzeitig geschieht etwas Unerwartetes:„Mitten durch das Leid hindurch wird Heil sichtbar. Erlösung zeigt sich als Geschenk – mitten aus dem Leid heraus.“ Gerade darin liegt für ihn ein immer neues Staunen:„Wie kann es sein, dass ein gemarterter Mensch am Kreuz zum Zeichen des Heils wird? Und doch erleben wir es genau so – dass im Kreuz etwas aufscheint, das uns gesund werden lässt.“ Was ihn in diesen Tagen besonders bewegt, ist der unerschrockene Blick auf die Wahrheit in den Evangelien selbst. „Da sind so unterschiedliche Menschen: Jeder reagiert anders, jeder ringt auf seine Weise – und doch sind alle um Jesus versammelt und mit ihm auf dem Weg.“ Und er ergänzt: „Mich fasziniert immer wieder, wie viel Liebe hinter all dem Geschehen spürbar wird.“
Auch aus der Gemeinde kommen berührende Rückmeldungen. Ein Mitglied erzählt von der Ölbergstunde nach der Abendmesse am Gründonnerstag – gestaltet von der Seelsorgerin Tanja Haas, der Katechetin Simona Parmigiani, und vom Kolpingverein Margret Gehrig und Markus Bruhin:„Die Atmosphäre mit Olivenbaum, Kerzen und Texten hat mich tief bewegt. Menschen und Situationen, mit denen ich Mühe habe, sind innerlich in einen Heilungsprozess gekommen.“ So wächst in diesen Tagen etwas, das sich nicht einfach erklären lässt – aber spürbar ist.
Und der Weg geht weiter: Mit der Osternacht steht der Höhepunkt noch bevor. Wenn das Osterfeuer entzündet wird, wenn das Licht in die dunkle Kirche getragen wird, wenn neues Leben aufscheint – dann wird erfahrbar, wohin dieser Weg führt.Oder, wie es Diakon Zgraggen sagt:„Hinter allem steht diese Liebe. Und sie führt uns weiter – durch die Nacht hindurch ins Licht.“Im Anschluss an die Feier lädt die Pfarrei herzlich zum gemeinsamen Beisammensein ein – mit dem traditionellen Eiertütschen als Zeichen der Freude über das Leben.
Fotos: Sabine Zgraggen


































































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