1. August-Schokolade und ein Abschied
- Katholische Kirche Thalwil

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Aktualisiert: vor 3 Stunden

Während viele noch ihre Sommerferien geniessen, versammelte sich die Pfarrei am 2. August zu einem besonderen Anlass. Gleich zwei Ereignisse prägten den festlichen Gottesdienst und den anschliessenden Apéro.
Zum Nationalfeiertag nahm die Pfarrei eine grosszügige Schenkung entgegen: Ein Spender stiftete eine grosse Schweizer Fahne, die nun den Kirchenraum schmückt. Eine Woche lang hing sie im Altarraum und verlieh der Feier einen würdigen Rahmen. Am Ende des Gottesdienstes stimmte die Gemeinde passend dazu die Nationalhymne an. Auch die Predigt richtete den Blick auf die Verantwortung der Christinnen und Christen für unser Land und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Zugleich verabschiedete die Pfarrei Pfarrer Mike, der seine Aufgabe nach einem Jahr beendet. Künftig wird er in einer kleineren Pfarrei wirken – in einem Umfeld, das seinen Begabungen als Priester, Ikonenmaler und geistlicher Mensch besonders entgegenkommt.
In seiner Predigt griff Pfarrer Mike das Evangelium von der Brotvermehrung mit einem alltagsnahen Bild auf: Wer kennt es nicht? Man sitzt im Zug, hat eine Tafel Schokolade dabei und überlegt, ob man sie wirklich auspacken soll. Denn sobald man die Verpackung öffnet, gehört es sich beinahe, auch den Sitznachbarn etwas anzubieten. Dieses einfache Beispiel führte mitten hinein in die Botschaft des Evangeliums.
Die Menschen, die Jesus damals folgten, waren vermutlich nicht völlig ohne Verpflegung unterwegs. Wahrscheinlich trug jede und jeder etwas Weniges bei sich – Brot, Trockenfrüchte oder etwas zu trinken –, gerade genug für den eigenen Bedarf. Das eigentliche Wunder lag, so Pfarrer Mike, auch darin, dass Jesus die Menschen zum Teilen ermutigte. Aus der Angst vor dem Mangel wuchs Vertrauen, aus Zurückhaltung entstand Grosszügigkeit. So reichte das Wenige für alle – und am Ende blieb sogar noch etwas übrig.
Damit schmälerte Pfarrer Mike das Wunder keineswegs. Vielmehr zeigte er, dass Menschen Gottes Wirken auch heute erfahren können, wenn sie Zeit, Aufmerksamkeit, Fähigkeiten oder materielle Güter miteinander teilen. Gerade in einer Zeit zunehmender Polarisierung gewinnt diese Haltung besondere Bedeutung. Christinnen und Christen sind dazu berufen, Brücken zu bauen, Versöhnung zu fördern und durch ihr Leben Hoffnung zu schenken. So wächst Gemeinschaft – und aus wenig kann überraschend viel werden.

Am Ende der Messe und beim anschliessenden Apéro würdigten Vertreterinnen und Vertreter des Teams, der Kirchenpflege, des Pfarreirats und verschiedener Gruppierungen Pfarrer Mike mit persönlichen Dankesworten. Claudia Haltenberger hat zusammen mit Thomas Peter die Kirchenpflege vertreten und erinnerte daran, wie kurz ihr die gemeinsame Zeit vorkomme, obwohl bereits ein ganzes Jahr vergangen sei. Für seinen weiteren Weg wünschte sie ihm Gottes reichen Segen.

Auch Pfarrer Mike richtete herzliche Abschiedsworte an die Gemeinde. Er betonte, dass er nicht aus der Welt sei und alle im Gebet und im Glauben miteinander verbunden blieben. Als Zeichen des Dankes erhielt er eine Bronzeskulptur der Heilig-Geist-Taube, ein Olivenbäumchen für das neue Wurzeln an seinem zukünftigen Wirkungsort sowie ein persönliches Geschenk für sein künstlerisches Hobby.

Der Pfarreirat lud anschliessend zu einem reichhaltigen 1.-August-Apéro ein. Pfarreiratspräsidentin Anika Schumann überreichte Pfarrer Mike einen Früchtekorb und erinnerte damit an die guten Früchte seines Wirkens im vergangenen Jahr. Nicht Zahlen oder sichtbare Erfolge allein seien entscheidend, sondern das, was im Glauben wachsen durfte und Menschen berührt habe.
Unser "Hauspoet" Erwin Aschwanden rundete die Feier mit einem passenden Gedicht ab. Darin griff er sowohl die schönen Früchte als auch die Herausforderungen des gemeinsamen Weges auf.

So wurde dieser Tag zu einer Feier des Dankes, der Gemeinschaft und des Aufbruchs. Wir lassen Pfr. Mike mit guten Wünschen und Gottes Segen ziehen. Gleichzeitig blicken wir hoffnungsvoll auf den neuen Pfarradministrator, der seine Aufgabe am 1. September übernehmen wird. Möge Gottes Geist auch diesen neuen Abschnitt begleiten und unsere Pfarrei weiterhin auf einem guten Weg führen.
Text und Fotos: Sabine Zgraggen












































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