Ostern: Gott ist ein Frühaufsteher
- Katholische Kirche Thalwil

- vor 3 Tagen
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Am Samstagabend, 4. April 2026, begann um 21.00 Uhr die Osternacht auf dem Vorplatz der Kirche St. Felix und Regula in Thalwil. Zahlreiche Gläubige aller Generationen hatten sich eingefunden.
Die Liturgie nahm ihren Anfang mit der Segnung des Feuers und der Osterkerze. Vorbereitet wurde das Osterfeuer von der Jubla. In der anschliessenden Prozession zog die Gemeinde in die dunkle Kirche ein, begleitet vom dreimaligen Ruf "Lumen Christi", vorgetragen vom Diakon Felix Zgraggen. Nach und nach erhellte das Licht der Kerzen den Kirchenraum – ein eindrückliches Zeichen dafür, dass Christus das Dunkel durchbricht und neues Leben schenkt.

Ein besonderer Höhepunkt war das feierlich vorgetragene Exsultet durch Peter Aregger. Es folgte der Wortgottesdienst, der die grossen Heilsgeschichten in Erinnerung rief. Mit dem Gloria, begleitet vom festlichen Läuten der Glocken, erstrahlte die Kirche in vollem Licht – ein hör- und sichtbarer Ausdruck der Auferstehungsfreude. In dieser Nacht empfingen zudem drei Kinder das Sakrament der Taufe und wurden in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Die gesamte Liturgie wurde vom Cäcilienchor musikalisch mitgestaltet und verlieh der Feier eine besondere Tiefe und Würde.

In der Predigt vom Pfarrer Mike Qerkini wurde die Dynamik dieser Nacht eindrücklich gedeutet. "Gott ist ein Frühaufsteher" – so wurde das österliche Geschehen auf den Punkt gebracht. Noch bevor die Frauen das Grab erreichen, hat Gott bereits gehandelt und Jesus vom Tod zum Leben erweckt. Ostern zeigt, dass Gott nicht in unseren Erwartungen und Vorstellungen gefangen bleibt, sondern überraschend neues Leben schenkt. Die Gläubigen wurden eingeladen, sich wie die Frauen am Grab bewegen zu lassen: weg von der Fixierung auf das Vergangene, hin zu einer offenen Haltung für das neue Handeln Gottes. "Nicht stehen bleiben am Grab, sondern weitergehen ins Leben" – diese Botschaft prägt die Osternacht bis heute. Nach der Osternacht lud die Kolpingfamilie zum traditionellen Eiertütsche und zu einem gemütlichen Beisammensein im Pfarrsaal ein.

Am Ostersonntag, 5. April 2026, versammelte sich die Gemeinde erneut um 10.00 Uhr zum festlichen Gottesdienst, wiederum musikalisch gestaltet durch den Cäcilienchor. Im Zentrum stand die Verkündigung: Jesus Christus ist auferstanden – und mit ihm hat Gott seine Verheissung bestätigt. Sein Weg der Liebe und Hingabe, der am Kreuz zu enden schien, hat sich als Weg zum Leben erwiesen.
Die Predigt griff diese Perspektive auf und stellte heraus, dass Ostern mehr ist als ein Erinnerungsfest. Es ist der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Gott handelt – oft leise, geduldig und nicht immer so, wie wir es erwarten. Gerade in Zeiten des Wandels und der Unsicherheit, auch im Leben der Pfarrei, gilt diese Zusage: Leben ist stärker als der Tod, und Gottes Möglichkeiten reichen weiter, als wir es ermessen können. So wurden die Gläubigen ermutigt, den Blick zu weiten: nicht nur auf das Schwierige zu schauen, sondern auch auf das Wachsende; nicht nur auf das Fehlende, sondern auf das Geschenkte; nicht nur auf das Vergangene, sondern auf das, was Gott neu beginnen lässt. Ostern eröffnet eine Hoffnung, die im Alltag konkret wird – in kleinen Schritten des Vertrauens, der Versöhnung und des Neubeginns.
Die Feier der Osternacht und des Ostertages in Thalwil machte auf eindrückliche Weise sichtbar: Der auferstandene Christus ist mitten unter uns gegenwärtig. Sein Licht durchdringt die Dunkelheit – damals wie heute. Und seine Botschaft bleibt: Gott ist ein Frühaufsteher – und er ist immer schon da, wo neues Leben beginnt.
Text: Kath-Thalwil
Bilder: Sabine Zgraggen










































































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