Leben schenken – Leben teilen
- Katholische Kirche Thalwil

- vor 3 Stunden
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Dritter Ostersonntag in unserer Pfarrei
Mit der Feier des dritten Ostersonntags stehen wir weiterhin ganz im Licht von Ostern: erfüllt von der Freude über die Entmachtung des Todes und getragen von den Erzählungen der Heiligen Schrift, die uns das Geheimnis der Auferstehung immer neu erschliessen.
Im Zentrum steht an diesem Wochenende die Geschichte der Emmaus-Jünger: zwei Menschen unterwegs, im Gespräch vertieft, voller Enttäuschung – und doch begleitet von einem Dritten, den sie zunächst nicht erkennen. Erst im Teilen, im gemeinsamen Gehen und Hören, gehen ihnen die Augen auf.

Am Samstagabend durften wir erneut Pfr. Markus Moll bei uns begrüssen. Von seiner Alterswohnung im Ries, Adliswil, aus war er zu Gast in unserer Pfarrei und verstand es einmal mehr, die Frohe Botschaft ruhig, authentisch und mit grosser Zugewandtheit zu vermitteln.
In seiner Predigt griff er das Emmaus-Evangelium nicht direkt auf – und traf doch mitten ins Herz seiner Botschaft. Er erzählte von einer Begegnung im Altersheim: Ein Jodler sang gemeinsam mit einem Kollegen aus dem Jodelchor für einen Mitbewohner, der nach einem Schlaganfall stark eingeschränkt war. Eine schlichte, berührende Szene – und doch voller Leben. Für Markus Moll wurde darin etwas Wesentliches sichtbar: Wo Menschen sich Zeit füreinander nehmen und in Beziehung treten, wird Leben geschenkt.

Eine zweite Episode führte an eine Bushaltestelle: Die Begegnung mit einem lebhaften Mädchen entwickelte sich im Bus zu einem kurzen, intensiven Gespräch mit ihrer Mutter – und innerhalb weniger Minuten wurde eine ganze Lebensgeschichte geteilt. Auch hier: ein Moment echter Nähe, ein Stück geteiltes Leben.
Diese Erfahrungen lassen das Ostergeheimnis konkret werden: Wenn wir einander zugewandt bleiben, wenn wir teilen, was uns bewegt, dann gehen uns die Augen auf. Dann erkennen wir – wie die Jünger von Emmaus –, dass Christus mitten unter uns ist.
Der frühlingshafte Samstagabend wurde zudem musikalisch bereichert: Andreas Schönberger gestaltete die Feier mit einfühlsamen, ergreifenden Stücken. Gemeinsam stimmten wir ein in das österliche Halleluja – in all seinen Facetten von Freude, Dankbarkeit und leiser Hoffnung.
Fotos und Text: Sabine Zgraggen
























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